Der Flysurfer ZAP ist aktuell einer der konsequentesten Upwind-Parawings am Markt. Die Double-Skin-Konstruktion mit Open-Cell-Nase ist klar auf Performance, Speed und Höhe ausgelegt. Das merkt man auf dem Wasser sofort: Wendewinkel deutlich unter 90° sind mit dem ZAP problemlos möglich. Damit werden sogar Wellenreit- zu Upwind-Verhältnisse von 1:1 realistisch. Gerade im Downwind-Karussell bedeutet das: weniger Zeit beim Hochkreuzen und mehr Zeit auf der Welle.
Diese Leistung hat allerdings ihren Preis. Der ZAP richtet sich klar an sehr erfahrene Parawinger, die ihre Manöver sicher beherrschen. Unter 10 Knoten würden wir ihn nicht einsetzen. Vor allem mit nassen Zellen braucht der DoubleSkin einen gewissen Mindestzug, um sauber und stabil zu fliegen. Ein solides Trapez gehört für uns deshalb ebenfalls zum Setup.
Ist genügend Wind vorhanden, bietet der ZAP dafür eine ungewöhnlich große nutzbare Windrange. Mit entsprechendem Fahrkönnen lässt er sich auch über die offizielle Hersteller-Windrange hinaus kontrollieren – eher so, wie man es von einem guten Wing kennt.
Im unteren Grenzbereich um 10 Knoten gibt es eine Besonderheit: Mit einem großen Freeride-Foil ist der Downwind-VMG bei ausgeflogenem ZAP begrenzt, weil immer etwas Zug erhalten bleiben muss. Wer hier schneller direkt nach Lee möchte, braucht entweder ein schnelles Racefoil oder verstaut den ZAP für den Downwind-Schlag.
Stashen und Wiederentfalten
Durch die Double-Skin-Konstruktion fällt das Paket beim Stashen naturgemäß größer aus als bei einem Single Skin. In der Praxis bleibt das aber überschaubar und liegt etwa auf dem Niveau einer F-One Frigate V1 gleicher Größe. Auch Zeit und Aufwand beim Verstauen sind für einen DoubleSkin absolut akzeptabel.

Der ZAP ist dabei weniger für kurze Downwind-Schläge gedacht. Sinnvoll wird das Konzept vor allem bei längeren Runs von zwei bis drei Kilometern oder mehr. Nach dem vollständigen Verstauen lässt sich der ZAP anschließend sogar während der Fahrt wieder entfalten und in den Flug bringen.

Technische Eckdaten
Der ZAP besitzt eine druckstabile Double-Skin-Konstruktion mit Open-Cell-Nase und kurze Bridle-Leinen. B-, C- und Z-Ebene sind beschichtet und fluoreszierend ausgeführt. Gesteuert wird über einen geraden Handle. Flysurfer bietet den ZAP in 3,0, 4,0, 5,0 und 6,5 m² an.
Die Hersteller-Windranges bei etwa 75 kg Fahrergewicht liegen bei 22–38 Knoten für 3,0 m², 18–28 Knoten für 4,0 m², 13–22 Knoten für 5,0 m² und 10–19 Knoten für 6,5 m².
Fazit
Der Flysurfer ZAP ist kein Parawing für Einsteiger und auch kein unkomplizierter Allrounder. Er ist ein spezialisiertes Werkzeug für erfahrene Fahrer, die maximale Upwind-Performance suchen. Wer seine Wenden sicher fährt und lange Downwind-Runs mit möglichst kurzen Upwind-Etappen verbinden möchte, bekommt mit dem ZAP aktuell einen der leistungsstärksten Parawings für genau diesen Einsatz.